Warum Hingabe die höchste Form der Selbstverwirklichung ist

 

HingabeJa, auf den ersten Blick klingt das wie ein unlösbarer Widerspruch. Wie kann etwas, dessen Inhalt darin besteht, meine eigenen Ziele, Sehnsüchte, Wünsche und Vorstellungen zu verwirklichen, zur Hingabe werden? Außer, ich beziehe es in reinster Form auf mich selbst und stelle mich in den Mittelpunkt all meiner Handlungen, all meines Fühlens und Denkens.

Die Antwort liegt in der Aufforderung Christi “Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!”. Christus selbst fordert uns auf, uns selbst zu lieben. Aber er weiß gleichzeitig, dass wahre Selbstliebe nur mit Nächstenliebe möglich ist. Denn ohne den Blick auf den anderen, meinen nächsten Menschen, verkümmert meine Selbstliebe zum Egoismus. In der Bergpredigt fasst Jesus Christus diese wahre Selbstverwirklichung noch einmal in der „Goldenen Regel” zusammen:

„Alles, was ihr also von anderen erwartet, das tut auch ihnen! Darin besteht das Gesetz und die Propheten.”

Matthäus 5, 12

Aber Jesus geht noch einen Schritt weiter: Die wahre Selbstverwirklichung trägt nach seiner Deutung den Namen einer uralten Tugend: Hingabe.

Lesen Sie auch Markus 9, 35 oder Matthäus 10, 39 sowie Johannes 15, 13.

Wenn Jesus uns zu Hingabe auffordert, meint er aber nicht, dass wir auf all unsere eigenen Sehnsüchte, Wünsche, Vorstellungen und Ziele verzichten müssen, wie Lukas 9, 23 gerne ausgelegt wird. Er will, dass wir das Leben haben in Fülle – Johannes 10, 10.

So wie ich Jesus verstehe, ist wahre Selbstverwirklichung, wahres „Leben in Fülle“ nur durch Hingabe möglich. Und genau darum gehören diese beiden Tugenden der Hingabe und der Selbstverwirklichung so untre nnbar zusammen. Denn nur gemeinsam können sie als ein Geschenk Gottes, das andere Mensche n und uns selbst glücklich macht, gelebt werden.

Jesus will keine Selbstaufgabe. Mein Wesen und mein Sein sind ihm gan z und gar nicht egal. Meine Wünsche und Ziele sind ihm ebenso wichtig, wie die Frage, ob es mir gut geht oder schlecht. Es ist ihm nicht gleichgültig, ob ich mich selbst liebe oder nicht. Er fordert uns im mer wieder auf, einander zu lieben und das Leben zu nehmen, das er uns im Übermaß schenkt.

So schreibt der verstorbene Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Georg Moser (1923–1988), in seinem Buch „Auf dem Weg zu mir selbst“: „Sich selbst verwirklichen ist etwas anderes, als den eigenen Kopf durchzusetzen. Wer Selbstverwirklichung mit Egozentrik verwechselt, wer nur sein Ich im Sinn hat, der zielt gewaltig daneben … Selbstverwirklichung gibt es nicht auf Kosten der anderen; es gibt sie nur in der Offenheit für die anderen, letztlich nur in der Hingabe an Gott und die Menschen.“.

Wenn Sie sich jeden Tag von der Bibel ins pirieren lassen möchten, dann lesen Sie hier weiter >>>

Ja zum Glauben

Welchen Plan hat Gott für Ihr Leben?

Gabi Breuers Online-Newsletter für Christen – Ihr unabhängiger Ratgeber für Ihren lebendigen Glauben als Christ, Anregung zu Meditation, Gebet und christlicher Spiritualität und Ihr Leben mit der Bibel im Alltag.

Lesen Sie hier weiter >>>