Per aspera ad astra

Durch die Dunkelheit zu den Sternen

Dieser Satz stand in lateinischer Sprache auf der Hauswand eines Freundes. Ein echter Sonnyboy. Unverheiratet, mehrfacher Millionär und die Hauswand gehörte zu einem traumhaften Anwesen im Schwarzwald. Als er das Haus kaufte, stand dieser Spruch bereits da. Er wischte die Bedenken, dass man diesen Satz auch als Programm verstehen könne, mit einer großzügigen Geste vom Tisch: „Ach, was soll das? Ein Satz an der Wand. Da muss schon mehr kommen.“ Und es kam mehr.

Es kam so knüppeldick, dass dieser Mann fast sein Augenlicht verloren hätte, innerhalb von nur 5 Jahren seine Firma einmal in den Ruin hat rutschen sehen und mit allen Mitteln darum gekämpft hat, aus diesem Loch wieder herauszukommen. Seine langjährige Beziehung zerbrach und am Schluss all dieser Erfahrung wusste er: „Kummer ist die Tür zur Freude und Not der Steg zum Frieden.“

Ausgerechnet er musste lernen, wie die Dinge, denen er immer gern aus dem Weg gegangen war, sein ganzes Leben veränderten: Kummer und Not als Weg heraus aus Stolz und Überheblichkeit.

Denn ebenso wie Kummer, Not und Fehlschläge ihn zur Freude zu Frieden und Demut geführt hatten, hatte Erfolg – ungetrübt und uneingeschränkt von den Rückschlägen des Lebens – ihn über die Jahre dazu verführt, von sich selbst eingenommen zu sein.

Seine Krise entpuppte sich als eine wunderbare und tiefgehende Erfahrung, die letztendlich seine Sicht für das Geschäft veränderte und seine Perspektive der Menschen, die für ihn arbeiten, revolutionierte. Das Versagen nahm ihm nicht die Würdigung harter Arbeit und Gewissenhaftigkeit, doch zum ersten Mal war er in der Lage, seine eigenen Grenzen zu erkennen. Und noch wichtiger, er erkannte die Notwendigkeit, auf Gott zu vertrauen, um die Weisheit und Kraft zu erhalten, die er aus sich nicht hatte. Versagen offenbart, wo wahrer Erfolg zu finden ist. Aus irgendeinem Grund lernen wir mehr aus dem Versagen als aus den Erfolgen. Erfolg kann das Ergebnis vieler Faktoren sein, die nicht unter unserer Kontrolle stehen. Vom Glück angefangen bis zu der Tatsache hin, zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein. 

Doch wenn wir versagen, scheint es einfacher zu sein, die Ursache genau zu bestimmen. Wenn wir ehrlich sind, werden wir merken, dass viele Male die Ursache des Versagens bei uns selbst liegt. Das ist, was David, König von Israel, vor Jahrhunderten verstand und in seinem Psalm ausdrückt. Durch die Dunkelheit zu den Sternen.

Was für eine weise Hauswand das doch war.