Sind Sie als Betreuungsperson anfällig für Stress und Depression?
So erkennen Sie die Symptome einer aufkommenden Depression
Pflegen Sie eine Ihnen nahestehende Person, die Sie gar lieben, dann haben Sie zusätzlich eine Menge Stress in Ihrem Leben. Sie, als Pflegekraft, haben nicht nur die Verantwortung für Ihren geliebten Mensch, sondern es ist auch von großer Wichtigkeit, dass Sie sich selbst nicht hintanstellen und vergessen. Falls Sie dies missachten und nicht berücksichtigen, kann es zu Stress führen oder sogar in eine Depression führen. Eine depressive Stimmung in eine normale Reaktion auf erlittene Verluste, verlorene Existenzkämpfe oder verletzte Selbstwertgefühle. Manchmal, wenn es ganz hart wird, intensiviert sich die Depression, sie weitet sich zeitlich aus und kann einen Menschen von einem ganz normalen Leben abhalten. Eine Depression, die diese Charakteristika aufweist, ist behandelbar. Es ist eine depressive Störung, die zu den depressiven Erkrankungen gehört.
Je früher Sie die Hinweise auf eine Depression erkennen, umso besser kann sie behandelt werden
Wenn Sie unter einer Depression leiden, ist es wichtig zu wissen, dass eine Depression auch erfolgreich behandelbar ist. Es ist keine persönliche Schwäche oder ein Hinweis darauf, dass Sie unfähig sind, Ihren geliebten Menschen zu pflegen. Eine frühe Behandlung Ihrer aufkommenden Depression ist aus vielen Gründen sehr wichtig:
- Ohne Behandlung kann Ihre Depression schlimmer werden.
- Eine unbehandelte Depression kann in den Selbstmord führen.
- Ohne Behandlung können Menschen, die zu oft eine depressive Phase erleiden, sich nicht mehr vollständig erholen.
- Eine Behandlung kann einem Rückfall Ihrer Depression vorbeugen.
- Ihre Depression kann ein Hinweis auf eine andere Krankheit sein, die sich unbehandelt verschlechtert.
Die Symptome einer Depression sind sehr zahlreich
Im Folgenden zeige ich Ihnen eine Reihe der häufigsten Symptome einer Depression auf. Falls Sie diese Symptome bei sich länger als zwei Wochen festgestellt haben, suchen Sie bitte einen Arzt auf.
- Ein Gefühl der Leere, zusammen mit Traurigkeit und Sorge
- Mentale oder körperliche Erschöpfung oder ein Mangel an Kraft und Energie
- Verlust von jeglichem Spaß an Aktivitäten, die Sie früher begeisterten
- Abnehmendes Interesse an Sex oder gar sexuelle Funktionsstörungen
- Veränderung Ihrer Schlafgewohnheiten, insbesondere ein zu frühes Aufwachen, Schlaflosigkeit oder ein wachsendes Bedürfnis nach Schlaf
- Probleme mit dem Essen und dem Gewicht (Zunahme oder Verlust)
- Schmerzen, die einfach nicht weggehen
- Zerstreutheit, Fahrigkeit
- Gefühl, dass die Zukunft düster ausschaut - hoffnungslos und ohne Perspektive
- Sich gestresst und irritiert fühlen
- Gedanken an Selbstmord, Selbstmordversuch
- Magenschmerzen und Verdauungsprobleme
So können Sie eine Depression behandeln
Mehr als 80 Prozent der Menschen, die unter einer Depression leiden, können erfolgreich durch Medikamenten wie Antidepressiva, eine Psychotherapie oder gar einer Kombination aus beidem behandelt werden. Bei einer Depression entsteht im Gehirn ein chemisches Ungleichgewicht. Diese chemischen Stoffe, auch Neurotransmitter genannt, sind verantwortlich für die Übertragung der Zellinformationen von einer Zelle zur anderen. Bei einer Depression liegt ein Defizit der Botenstoffe Serotonin, Noradrenalin und anderer Stoffe vor. Die Wirkrichtung antidepressiver Medikamente zielen darauf, die Menge dieser verfügbaren Neurotransmitter zu erhöhen. Die Wirkstoffe der Antidepressiva kompensieren den Mangel an Botenstoffen und kurbeln die natürliche Produktion der Botenstoffe wieder an. Sie hemmen den Abbau oder erhöhen ihre Verfügbarkeit. Es gibt eine ganze Reihe von Antidepressiva, die in der Lage sind, eine Depression zu behandeln. Bei der Psychotherapie gehen Sie zu einem Psychotherapeuten oder einem Psychiater. Sie können direkt zu diesen Spezialisten hingehen und benötigen keine Überweisung von Ihrem Hausarzt. Diese Ärzte helfen einer depressiven Person und betrachten ihre Ängste, Emotionen und auch all die negativen Vorstellungen, die bei einer unter Depression leidenden Person hochkommen. Während der Therapie lernen die Patienten, ihre Probleme zu verstehen und zu identifizieren. Besonders Ihre Situation und die Probleme, die Sie mit dem Pflegen einer geliebten Person haben, können bei solch einer Therapie berücksichtigt werden. Sie lernen, dass Ihre Probleme zu lösen sind oder wie Sie Ihre Situation verbessern können. Eine Therapie hilft Ihnen auch, wieder die Kontrolle über sich zu erlangen und damit auch mehr Freude am Leben zu haben.
Wann ist der Zeitpunkt gekommen, professionelle Hilfe anzunehmen?
Falls Sie eines oder mehrere der folgenden Warnzeichen sehen, ist es Zeit, dass Sie sich helfen lassen:
- Symptome einer Depression, die länger als zwei Wochen andauern (siehe Teil 1)
- Eine auffallende Verschlechterung Ihrer Arbeit
- Übersteigertes Sich-Sorgen
- Starker Alkohol- oder Drogenkonsum
- Unfähig, für die Anforderungen des täglichen Lebens zu kämpfen
- Übersteigerte Ängste
- Zwanghaftes Beschäftigen mit dem Essen
- Auffallende Veränderungen der Schlaf- und Essgewohnheiten
- Immerwährendes körperliches Leiden oder Sich-krank-Fühlen
- Selbstmordgedanken oder der Trieb, andere zu verletzen
- Sich selbst verletzten, Sich selbst herunterziehen oder gefährliche Zwangsvorstellungen
- Langanhaltende Verschlossenheit
So können Sie einer Depression vorbeugen
Es gibt ein paar praktische Tipps, wie Sie einer Depression vorbeugen können: Seien Sie körperlich fit und ernähren Sie sich ausgewogen. So beugen Sie nicht nur Erkrankungen vor, sondern fühlen sich auch gesund und stark. Dies kann eine mögliche Depression abwenden. Fühlen Sie sich bei der Pflege überfordert und spüren Sie gar, dass Sie krank werden und nicht mehr können, dann suchen Sie möglichst bald professionelle Hilfe auf.
