Es gibt keine schlechten Tage
Geschrieben von: Gabi Breuer
Hamilton Jordan kennt in Deutschland vermutlich niemand. Als er im Jahr 2008 verstarb, gab es kein Staatsbegräbnis und keine Salutschüsse. Hamilton Jordan war selbst in seinem Heimatland, den USA, ein weitestgehend Unbekannter. Auch wenn er es als Stabschef von Jimmy Carter in einer schwierigen Zeit zu einigem Ansehen gebracht hatte.
Aber die, die sich an ihn erinnern, werden das aus einem ganz bestimmten Grund mit Respekt und Ehrfurcht tun. Und ich erzähle Ihnen auch gleich, warum.
Denn Jordan war ein Krebspatient. Dreimal wurden bei ihm unterschiedliche Krebsherde diagnostiziert. Die erste Diagnose lautete Lymphdrüsenkrebs, was Jordan selbst als eine Folge seines Kontaktes mit Agent Orange in Vietnam ansah. Diesem Kampf folgte die Diagnose auf Hautkrebs und schließlich Prostatakrebs.
Im Jahr 2000 verarbeitete er seine persönliche Biografie in einem Buch mit dem Titel „No Such Thing as a Bad Day“ (Es gibt keine schlechten Tage). Und in einem Interview mit einem großen amerikanischen Gesundheitsportal wurde er gefragt, wieso er ausgerechnet diesen Titel gewählt habe.
Seine Antwort darauf lautete: „Ich habe einen jungen Mann beraten, der einen Hirntumor hatte. Ich rief ihn eines Tages an, um ihn zu fragen, ob er einen guten Tag hat. Und wissen sie, was er mir geantwortet hat: Meine Frau ist 32 Jahre alt. Meine Kinder sind 4 und 6 Jahre alt und mein Arzt hat mir heute eröffnet, ich habe noch maximal 2 Monate zu leben. Es gibt keine schlechten Tage.“
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