Ihre PSA-Werte werden ganz direkt von Ihrem Körpergewicht beeinflusst
Adipositas und Übergewicht werden als Einflussgrößen, welche die Aussagekraft des PSA-Screening maßgeblich beeinflussen, noch viel zu wenig beachtet. Durch das höhere Flüssigkeitsvolumen in einem übergewichtigen Körper werden die Blutspiegel des prostataspezifischen Antigens (PSA) „verdünnt“, also niedriger als ihrer tatsächlichen Aktivität entsprechend gemessen. So entspricht ein PSA-Wert von 4 ng/ml bei einem normalen BMI (Body Mass Index) unter 25 prognostisch einem Wert von 3,5 ng/ml bei einem BMI über 30. Bei einem Mann mit Fettsucht (Adipositas) und einem BMI über 40 entspricht ein Wert von 3,1 ng/ml dem Grenzwert von 4ng/ml PSA.
Die neue S3-Leitlinie zum Prostatakarzinom „Interdisziplinäre Leitlinie der Qualität S3 zu Früherkennung, Diagnose und Therapie der verschiedenen Stadien des Prostatakarzinoms“ ist im vergangenen Oktober verabschiedet worden und empfiehlt den Männern im Rahmen der Früherkennung die PSA-Wert Bestimmung im Blut. Ab einem PSA-Wert von größer 4 ng/ml bei der erstmaligen PSA-Früherkennungskonsultation empfiehlt die Leitlinie eine Prostatabiopsie.
Die beschriebene Abhängigkeit der PSA-Werte vom aktuellen Körpergewicht, oder besser gesagt vom Übergewicht ist bei einer PSA-Wert Bestimmung unbedingt einzurechnen. Diese zeigte eine Studie der New Yorker Columbia Universität mit PSA-Screening auf freiwilliger Basis bei 3.623 Männern. Die Ergebnisse zeigen, dass bei Fettsüchtigen im Vergleich zu Normalgewichtigen die PSA-Spiegel im Mittel um 0,14 ng/ml herabzustufen sind um eine gleichwertige Aussage über ein Vorhandensein eines Prostatakarzinoms treffen zu können.
Mein Rat: Falls bei Ihnen ein PSA-Wert um die 4 ng/ml im Blut gefunden worden ist und Sie ein normales Körpergewicht haben, wiederholen Sie diese Untersuchung noch einmal, bevor Sie einer Gewebeentnahme (Biopsie) zustimmen. Leiden Sie unter Übergewicht oder gar starkem Übergewicht, dann kann schon PSA-Werte unter 4 ng/ml ein deutlicher Hinweis für ein Prostatakarzinom sein. Verfallen Sie nicht in Panik. Bei dem Prostatakarzinom handelt es sich meist um einen langsam wachsenden Tumor. Sie haben viel Zeit, um einmal die Prostata genauer auf Tumore untersuchen zu lassen, und zum Anderen auch eine entsprechende Therapie mit Ihrem Arzt zusammen zu überlegen.
Prostata - was Mann ab 40 wissen sollte
Viel zu lange sind die Probleme, die Männer mit zunehmendem Alter mit ihrer Prostata haben tabuisiert worden.
Um Vorsorge Untersuchungen ranken sich Angst einflößende Märchen und Mythen und viele Männer glauben immer noch, dass eine Vergrößerung der Prostata einem Todesurteil gleich kommt.
Mit diesen alten und falschen Bildern räumt dieses Buch auf.
| » Empfohlen von "Hauptsache Gesund", der Gesundheitssendung im MDR-Fernsehen. |
» Dr. Ralf Hettich über "Gefahrenzone Prostata" im Schwarzwälder Boten. (PDF 972 KB)



