Aspirin® kann einer Rückkehr von Prostatakrebs vorbeugen
Gerinnungshemmende Medikamente verringern das Risiko des Wiederauftretens von Prostatakrebs
Die gute Nachricht gleich vorweg: Die Einnahme von gerinnungshemmenden Wirkstoffen, einschließlich Aspirin®, verringert das Risiko, dass Krebszellen nach einer Strahlenbehandlung von Prostatakrebs wieder zurückkehren. So vermeldet es der Strahlenonkologe Prof. Dr. Kevin S. Choe von der Universität Chicago, USA. Aber es kommt noch besser: Professor Choe konnte in Studien belegen, dass die Einnahmen von Gerinnungshemmern das Risiko einer erneuten Prostatakrebserkrankung fast halbiert. Neben dem Medikament Aspirin® wurden auch Coumadin® und Plavix® untersucht. Die Ergebnisse wurden bei der 51. Jahresversammlung der American Society for Radiation Oncology in Chicago vorgestellt.
Gerinnungshemmer hemmen das Tumorwachstum und die Krebsverbreitung
Prostatakrebs ist bei älteren Männern sehr verbreitet. Das sind die gleichen Männer, die ein hohes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben und meist solche Gerinnungshemmer als Vorbeugung gegen Herzattacken einnehmen. Die Forscher um Prof. Choe wollten sehen, wie sich das Zusammenspiel oder besser gesagt die Wechselwirkung zwischen Gerinnungshemmern und Prostatakrebs entwickelt. Versuche an Tieren und im Labor haben bereits belegt, dass die Einnahme von Gerinnungshemmern das Tumorwachstum und die Krebsverbreitung im Körper beeinträchtigen kann. Auch wiesen die schon durchgeführten Studien nach, dass diese Medikamente die Zellstruktur so verändern können, dass Krebszellen besser auf die Strahlen ansprechen.
Die Studie umfasst 662 Männer mit Prostatakrebs, die sich in der Zeit von 1988 bis 2005 einer Strahlenbehandlung an der Universität von Chicago unterzogen haben. Ein Teil der Studienteilnehmer stand unter Behandlung mit Gerinnungshemmern: 196 Teilnehmer nahmen 196 Aspirin®, 58 Coumandin® und 24 Männer Plavix® ein. Die restlichen Studienteilnehmer wurden nicht mit Gerinnungshemmern behandelt.
Nach Ablauf von vier Jahren, kehrte bei nur 9 Prozent der Männer, die Gerinnungshemmer eingenommen hatten, der Krebs zurück. Bei den Männern, die überhaupt keine Gerinnun gshemmer eingenommen hatten, kam der Krebs bei 22 Prozent zurück. Wurden andere Risikofaktoren für die Wiederkehr des Krebses mit eingerechnet, zeigt die Testgruppe, die gerinnungshemmende Wirkstoffe einnahm noch bessere Zahlen. Mit 46 Prozent war die Rückkehr der Krebszellen um fast die Hälfte verringert. Der Vorteil dieser Gerinnungshemmer galt vor allen Dingen für Männer mit einem hochgradig aggressiven Krebs, der sich vor der Strahlenbehandlung noch nicht in andere Gewebebereiche ausgebreitet (metastasiert) hat. In der Gruppe der Studienteilnehmer, die Gerinnungshemmer eingenommen hatten, kam es nur bei 18 Prozent der Männer zu einer erneuten Krebserkrankung. In der Gruppe der Männer, die keine gerinnungshemmenden Medikamente eingenommen hatten, lag die Zahl mit 42 Prozent erneuter Erkrankungen deutlich höher.
PSA-Werte geben Auskunft über den Prostatakrebs
Die Wiederkehr des Prostatakrebses wurde anhand der Werte des prostata-spezifischen Antigens, kurz PSA, festgestellt. Nach der Strahlentherapie fällt der PSA-Wert normalerweise auf ein stabiles und niedriges Niveau. Steigende PSA-Werte werden als eine Wiederkehr von Krebszellen gewertet. Es zeigte sich, dass die Männer von den Gerinnungshemmern profitieren, egal, welcher Art der Strahlentherapie sie sich unterzogen haben.
Gerinnungshemmer haben jedoch eigene Risiken und Nebenwirkungen
Prof. Choe warnt aber davor, dass Männer mit Prostatakrebs nun gleich mit der Einnahme von Gerinnungshemmern beginnen. Diese Medikamente haben ihre eigenen Risiken und Nebenwirkungen. Da ist als Erstes die Gefahr der inneren Blutungen zu nennen. In den Studien von Prof. Choe zeigte sich, dass Coumadin® und Plavix® bei Männern, die sich einer Strahlenbehandlung des Prostatakrebses unterzogen haben, das Risiko von rektalen Blutungen erhöht. Für eine sichere Aussage sind einfach noch mehr Daten von umfangreicheren Studien notwendig. Erst dann kann mit Sicherheit bei den Gerinnungshemmern der Nutzen gegenüber den Risiken abgewogen werden.
Mein Rat: Nehmen Sie - ohne mit Ihrem Arzt darüber zu sprechen - nicht diese Gerinnungshemmer wie Aspirin®, Coumandin® und Plavix® ein. Verschreibt Ihnen jedoch der Arzt diese Gerinnungshemmer für die Gesundheit Ihres Herzens, dann haben Sie noch einen zusätzlichen positiven Effekt.
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» Dr. Ralf Hettich über "Gefahrenzone Prostata" im Schwarzwälder Boten. (PDF 972 KB)



