Protonenbestrahlung bei der Behandlung von Prostatakrebs
Die Bestrahlung von Tumoren mit Protonen gehört seit über 50 Jahren zu den Möglichkeiten, Krebs zu behandeln. So wurden weltweit ca. 40.000 Patienten mit Tumoren in unterschiedlichen Körperregionen mit Protonen bestrahlt. Im Gegensatz zu der konventionellen Röntgenstrahlung ist die Reichweite der Protonenbestrahlung präzise kontrollierbar. So kann auch bei tief liegenden Tumoren eine zur Heilung ausreichende Dosis gegeben werden. Dabei wird das gesunde Gewebe weitgehend geschont und nur das zu zerstörende Tumorareal wird erfasst. Dieses unterschiedliche Eindringverhalten liegt an den verschiedenen physikalischen Eigenschaften von elektromagnetischen Wellen (Röntgen) und beschleunigten Kernteilchen, den Protonen.
Protonen dringen bis zu 38 cm in den Körper ein
Protonen werden auf ca. 60 Prozent der Lichtgeschwindigkeit beschleunigt und dringen ca. 38 cm in den Körper ein. Dabei geben sie zunächst nur relativ wenig Energie an das Gewebe ab. Im weiteren Verlauf werden die Protonen abgebremst und verlieren an Geschwindigkeit. Je langsamer die Partikel werden, desto höher ist die abgegebene Energie. Dies führt dazu, dass es am Ende der Protenen-Bahn zu einer regelrechten Energiespitze kommt. Dieses physikalische Phänomen erlaubt die Einstellung der Gewebetiefe, bei der die Energiespitze am höchsten ist. Dieser sogenannte Bragg-Peak ist sehr scharf und fein. Durch die Einstellung der Tiefe des Bragg-Peaks, durch die Beeinflussung der erzeugten Partikelgeschwindigkeit kann die Tiefendosis millimetergenau „dreidimensional“ in den Tumor zielen.
Protonentherapie hat einige Vorteile
Die klinischen Vorteile der Protonentherapie lassen sich folgendermaßen beschreiben:
- Nebenwirkungen sind deutlich verringert. Der Körper wird weniger belastet als bei einer Röntgenther apie.
- Es zeigt sich eine gute Verträglichkeit, da die Schadensdosen im gesunden Gewebe verringert werden
- Die Behandlungen können ambulant erfolgen. Die Anzahl der Sitzungen ist geringer als bei Röntgenbestrahlungen.
- Das Risiko eines sekundären Tumors als Spätfolge sinkt erheblich.
Protonenbestrahlung der Prostata erfolgt mit einem rektalen Ballon
Da es sich bei der Prostata um ein bewegliches Organ handelt, ist es erforderlich, die Prostata in eine bestimmte Position zu bringen. Für diese Lagestabilisierung wird vor der Bestrahlung ein Ballon in das Rektum geführt und mit ca. 120 ml Wasser gefüllt. Auch besteht die Möglichkeit der Markierung der Prostata mit Goldkügelchen, die in einer vor jeder Bestrahlung durchgeführten Röntgenpositionskontrolle in der gewünschten Lage einjustiert werden.
Das erste europäische Protonenbestrahlungszentrum ist in München eröffnet
In München wurde im Jahr 2009 das erste klinische Protonentherapie-Zentrum von Europa eingeweiht. Das Rinecker Proton Therapy Center (RPTC) bietet die Behandlung von Tumoren mit der Protonentherapie an. Neben Tumoren im Schädel, im Thorax und im Abdomen wurden auch schon Prostatakarzinome erfolgreich behandelt.
Prostata - was Mann ab 40 wissen sollte
Viel zu lange sind die Probleme, die Männer mit zunehmendem Alter mit ihrer Prostata haben tabuisiert worden.
Um Vorsorge Untersuchungen ranken sich Angst einflößende Märchen und Mythen und viele Männer glauben immer noch, dass eine Vergrößerung der Prostata einem Todesurteil gleich kommt.
Mit diesen alten und falschen Bildern räumt dieses Buch auf.
| » Empfohlen von "Hauptsache Gesund", der Gesundheitssendung im MDR-Fernsehen. |
» Dr. Ralf Hettich über "Gefahrenzone Prostata" im Schwarzwälder Boten. (PDF 972 KB)


