Die Strategie „Abwarten und Beobachten“ kann eine Operation bei Prostatakrebs überflüssig machen
Dank zunehmend genaueren Untersuchungsmethoden wird immer mehr und immer früher bei Männern ein Prostatakrebs entdeckt. Panik und die Unsicherheit, ob der Tumor lebensgefährlich ist und eine Totalentfernung der Prostata notwendig ist, beherrschen das Leben vieler Männer, bei denen die Diagnose Prostatakrebs lautet.
Seit September 2009 gibt es eine „interdisziplinäre Leitlinie der höchsten Qualitätsstufe S3 „zur Früherkennung, Diagnose und Therapie der verschiedenen Stadien des Prostatakarzinoms“. Dieses Projekt wurde unter der Leitung der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) mit einer ganzen Reihe von Organisationen wie der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Gesellschaf für Hämatologie und Onkologie (DGHO) seit 2005 durchgeführt.
Für die Behandlung stehen dem Urologen nach dieser Leitlinie verschiedene Therapien zur Verfügung. Neben der Prostataentfernung mittels Roboter oder Laparoskopie kann auch eine externe Bestrahlung, der Einsatz von Stents bei der Brachytherapie oder eine medikamentöse Behandlung zur Heilung des Prostatakrebses eingesetzt werden.
Alternativ können bestimmte Patienten mit Prostatakarzinom engmaschig überwacht werden. Die S3-Leitlinie „zur Früherkennung, Diagnose und Therapie der verschiedenen Stadien des Prostatakarzinoms“ empfiehlt dem Patienten sogar das Konzept eines verzögerten Vorgehens. Dabei wird natürlich die persönliche Situation des Patienten wie Lebensalter und auch das Stadium des Prostatakrebses und die vermutete Entwicklung des Tumors berücksichtigt. Diese Strategie des Abwartens und Beobachtens empfiehlt sich einmal für Männer mit einer geschätzten Lebenserwartung von 10 Jahren und zum anderen für Männer, bei denen sich der Prostatakrebs in einem sehr frühen Stadium befindet. Der Prostatakrebs ist ein langsam wachsender Tumor. Auch treten meist keinerlei Beschwerden auf.
Active Surveillance oder die Strategie des Abwartens und Beobachtens bedeutet zuerst die Bewertung der bereits erhobenen Befunde. Eine besondere Bedeutung kommt dem PSA zu. Anhand einer engmaschigen Untersuchung können die PSA-Werte Hinweise auf die Entwicklung des Prostatakarzinoms aufzeigen. Zusätzlich zu den PSA-Werten hat der Gleason-Score sowie die Gesamtzahl und Lokalisation von entnommenen Gewebeproben mit dem jeweiligen Prozentsatz des befallenen Gewebes eine wichtige Überwachungsfunktion.
Durch dieses Miteinbeziehen der Active Surveillance oder der Strategie des Abwartens und Beobachtens kann verhindert werden, dass der Patient mit einem langsam wachsenden Prostatakrebs übereilt in eine vielleicht gar nicht notwendige Entscheidung über eine Therapie gedrängt wird. Das ist umso wichtiger, da durch eine Früherkennung mit den PSA-Untersuchungen heute eine Vielzahl von Prostatakarzinomen entdeckt wird, die aufgrund ihres langsamen Wachstums das Leben des Patienten nicht bedrohen. Viele Patienten sterben eher mit einem Prostatakrebs als durch das Prostatakarzinom.
Prostata - was Mann ab 40 wissen sollte
Viel zu lange sind die Probleme, die Männer mit zunehmendem Alter mit ihrer Prostata haben tabuisiert worden.
Um Vorsorge Untersuchungen ranken sich Angst einflößende Märchen und Mythen und viele Männer glauben immer noch, dass eine Vergrößerung der Prostata einem Todesurteil gleich kommt.
Mit diesen alten und falschen Bildern räumt dieses Buch auf.
| » Empfohlen von "Hauptsache Gesund", der Gesundheitssendung im MDR-Fernsehen. |
» Dr. Ralf Hettich über "Gefahrenzone Prostata" im Schwarzwälder Boten. (PDF 972 KB)



