Roboter und Laparoskopie bei der radikalen Prostataentfernung sind noch nicht ausgereift!

Für die operative Behandlung von Prostatakrebs gibt es minimal-invasive Operationsmethoden, die oftmals mit einem Hightech-Roboter durchgeführt werden. Diese Methoden bergen bei den Nachfolgeerscheinungen jedoch ein höheres Risiko für Inkontinenz und erektiler Dysfunktion als die altb ekannten offenen Operationen an der Prostata. Die neuere Technik hingegen bringt einige Vorteile: Sie verkürzt den Krankenhausaufenthalt, benötigt weniger Bluttransfusionen und hinterlässt eine halb so große Narbe. Doch es zeigen sich auch hier gerade bei den Nachfolgeerscheinungen nicht unwichtige Nebenwirkungen.

Lassen Sie mich Ihnen die Vor- und Nachteile der verschiedenen Operationsmethoden aufzeigen und Ihnen die Nebenwirkungen schildern.

Die Ihnen im Folgenden vorgestellten Erkenntnisse resultieren aus Nachuntersuchungen bei Männern mit Prostatakrebs, die als Behandlung eine operative radikale Prostataentfernung wählten. Es gibt zwei grundsätzlich verschiedene Verfahren der Prostataentfernung: die seit über 20 Jahren altbewährte offene Operation oder die minimal-invasive Operation, welche eine neuere Operationstechnik ist.

Heutzutage wird in manchen Krankenhäusern die minimal-invasive Prostatektomie mit einem Operationsroboter durchgeführt. Solch ein Roboter kostet mehr als 2 Millionen Euro. Aber es stellt sich die Frage, ob die minimal-invasive Prostataentfernung wirklich so gut ist wie die offene OP.

Um dies herauszufinden, analysierte der amerikanische Wissenschaftler und Urologe Jim C. Hu die vorliegenden Nachfolgeuntersuchungen von fast 9.000 Männern, die eine Prostataoperation hinter sich hatten.

Es ist mir wichtig, Ihnen zu sagen, dass beide Operationsmethoden – die minimal-invasive und die offene – gleichermaßen hervorragende Ergebnisse bei der Entfernung des Prostatakrebs hatten.

Aber bei den Nachfolgeerscheinungen zeigten sich große Unterschiede zwischen den zwei Operationsmethoden. Grundsätzlich hat die minimal-invasive Operationstechnik mehrere, sehr gewichtige Vorteile gegenüber der offenen Operation:

  • Der Krankenhausaufenthalt verkürzt sich.
  • Es besteht weit weniger Bedarf an Bluttransfusionen.
  • Es bildet sich ein viel kleineres Narbengewebe, welches sonst oftmals eine operative Korrektur erfordern kann.
  • Es treten insgesamt weniger chirurgische Probleme auf.

Aber die minimal-invasive Operationsmethode hatte bei den Nachfolgeerscheinungen einige wesentliche Nachteile im Vergleich mit einer offenen Operation:

  • 18 Monate nach der Operation zeigte sich eine höhere Inkontinenz-Rate.
  • 18 Monate nach der Operation zeigte sich eine höhere Rate an Erektionsproblemen.
  • Fast jeder zweite Mann hatte Probleme beim Wasserlassen und Probleme im Genitalbereich.

Fazit: Der Erfolg bei der Entfernung von dem Prostatakrebs ist bei der minimal-invasiven Prostatektomie genauso hervorragend wie bei der offenen OP-Methode. Die neue Technik mit Roboter und Laparoskopie wird von den Ärzten gegenüber den Patienten deutlich überbewertet und zu hoch angesetzt. Das zeigten die Untersuchungen bei den Nachfolgeerscheinungen. Der Hintergrund für die auftretenden Probleme wie Inkontinenz und Erektionsstörungen bei den operierten Männern liegt einfach darin, dass die Operateure diese Technik erst lernen müssen. Dagegen hatten die Operateure Jahrzehnte Zeit, die offene Operationsmethode zur Prostataentfernung zu lernen und zu perfektionieren.

Eine Operationsmethode braucht Jahre, um sich bei den Ärzten zu verbreiten und sich als Standard festzusetzen. In ein paar Jahren müssten die Studien zu den Nachfolgeerscheinungen bei der minimal-invasiven Operationsmethode wiederholt werden.

Da es sich bei Prostatakrebs meist um einen langsam wachsenden Tumor handelt, können Sie sich Zeit nehmen, um das für Sie richtige Operationsverfahren und die dafür richtige Klinik zu wählen.

Mein Rat: In meinem Buch „Was Mann ab 40 wissen sollte: Gefahrenzone Prostata“ stelle ich Ihnen die verschiedenen Operationsverfahren vor – hier anfordern!

Dr. Ralf HettichMehr Informationen im Webblog: Dr. Ralf Hettich's Neuigkeiten zur Prostata-Gesundheit.

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» Empfohlen von "Hauptsache Gesund", der Gesundheitssendung im MDR-Fernsehen.

» Dr. Ralf Hettich über "Gefahrenzone Prostata" im Schwarzwälder Boten. (PDF 972 KB)