Medikamente verringern Nebenwirkungen der Hormontherapie bei Prostatakrebs
Die Behandlung von Hitzewallungen bei Männern, die sich einer Prostatakrebs-Therapie unterziehen, stellt sich häufig als schwierig dar. Aber neue Studien machen den betroffenen Männern Mut: Ein synthetisches Gestagen wird derzeit als neuer Goldstandard bei der Behandlung von Hitzwallungen bei Männern in einer hormonellen Prostatakrebstherapie erwogen. Der Name des synthetischen Gestagens: Medroxyprogesteron. Dieser Wirkstoff wurde bisher hauptsächlich in Ovulationshemmern eingesetzt – also in der Anti-Babypille für Frauen.
Wie funktioniert dieses synthetische Gestagen in der Krebstherapie?
Mit der Hormontherapie bei Prostatakrebs werden dem Körper die männlichen Sexualhormone (Androgene) entzogen. Durch den Androgenentzug wird das Wachstum der Prostatakrebszellen verhindert. Dies ist bei der Therapie eines fortgeschrittenen Prostatakrebses eine gebräuchliche Vorgehensweise. Bisher wurden die Hitzewallungen, die bei 80 Prozent der Männer mit dieser Behandlungsform auftreten, als eine Nebenwirkung dieser Hormontherapie in Kauf genommen.
In einer Studie, die in „The Lancet Oncology“ veröffentlich wurde, untersuchten französische Forscher die Wirkung von drei Medikamenten gegen Hitzewallungen: Cyproteron, Medroxyprogesteron und das Antidepressivum Venlafaxin. Die Untersuchung erstreckte sich auf Männern, die wöchentlich 14 und mehr Hitzewallungen hatten. Die Hormonbehandlung der Studienteilnehmer lag sechs Monate zurück.
Die 311 Männer wurden nach dem Zufallsprinzip in drei Gruppen eingeteilt und mit einem der drei genannten Medikamente über einen Zeitraum von 12 Wochen behandelt. Die Teilnehmer wurden in der vierten, achten und zwölften Woche nach der Häufigkeit und der Schwere der Hitzewallungen befragt. Die Ergebnisse zeigten, dass alle drei Medikamente die Häufigkeit der Hitzewallungen verringerten. Dabei erwiesen sich Cyproteron und Medroxyprogesteron viel wirkungsvoller als Venlafaxin.
Die Anzahl der täglichen Hitzewallungen während des Studienzeitraumes verringerte sich unter der Gabe von Venlafaxin um 47 Prozent, mit Cyproteron um 95 Prozent und mit Medroxyprogesteron um 88 Prozent. Da laut Jacques Irani vom Universitätshospital in Poitiers, Frankreich, das Mittel Cyproteron die Hormontherapie unterlaufen kann, bleibt als Mittel der Wahl nur Medroxyprogesteron.
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