Risiko für Ihr Herz durch eine hormonelle Prostatakrebs-Behandlung

Anti-Androgene-Medikamente können das Risiko einer Herzerkrankung erhöhen

Eine Hormonbehandlung soll das Wachstum des Prostatakrebses verhindern und den Krebs unter Kontrolle halten. Experten der Amerikanischen Herzgesellschaft warnen davor, dass diese Hormontherapie das Risiko schwerer Herzerkrankungen erhöht.

Diese Warnung ist so zu verstehen, dass Prostatakrebs-Patienten, die eine Hormonbehandlung erhalten haben, ihre Herzgesundheit sehr gut beobachten sollten. Diese Hormonbehandlung wird auch chemische Kastration genannt. Das Hauptziel der Hormonbehandlung besteht darin, die Wirkung des Androgens Testosteron zu hemmen. Durch Testosteron wird der Prostatatumor zum Wachstum angeregt. Durch die Medikamente wird die Bildung von Testosteron in den Hoden gehemmt. Diese chemischen Substanzen werden LNRH-Analoga oder GnRH-Antagonisten genannt.

Verschiedene Studien, die in den letzten Jahren durchgeführt worden sind, haben auf ein Risiko für die Herzgesundheit des Mannes, der mit Hormonen zur Bekämpfung des Prostatakrebses behandelt wurde, hingewiesen. Aber diese Studien zeigten nicht die Höhe des Risikos auf.

Dies lud eine Reihe von Experten ein, die Daten genauer anzuschauen. Diese Gruppe von Experten arbeitet interdisziplinär und ist aus der Amerikanischen Herzgesellschaft, der Amerikanischen Krebsgesellschaft und der Amerikanischen Urologischen Gesellschaft zusammengesetzt.

Ihre Zusammenfassung lautet: Es gibt ernsthafte Hinweise darauf, dass Männer die eine Hormonbehandlung machen, dringend ihr Cholesterin, ihren Blutzucker und Blutdruck niedrig halten sollten. Diejenigen Männer, die schon an einer Herzerkrankung leiden, sollten eine niedrige Dosis von Aspirin einnehmen. Natürlich nur, wenn sie es vertragen. Männer, die rauchen, sollten damit aufhören.

Anti-Androgene werden vielfältig bei der Prostatakrebsbehandlung eingesetzt

Anti-Androgene-Medikamente haben den gleichen Effekt wie eine chirurgische Kastration. Sie drücken die Produktion der männlichen Sexualhormone oder auch Androgene genannt herunter. Androgene wie Testosteron lassen die Krebszellen wachsen. Anti-Androgene, die diese Hormone runterdrücken, sind bei der Behandlung von Prostatakrebs sehr weit verbreitet:

  • Anti-Androgene sind die Hauptstütze, um einen sich ausbreitenden Prostatakrebs zu behandeln. Anti-Androgene werden auch mit einer externen Strahlenbehandlung kombiniert und sind der Standard bei der Behandlung von Männern mit einem fortgeschrittenen Prostatakrebs.
  • Manche Männer unterziehen sich einer Operation oder einer Brachytherapie, bei der radioaktive Perlen (Stents) implantiert werden. Auch bei dieser Therapie werden Anti-Androgene eingesetzt, um die Größe des Prostatatumors zu verringern.
  • Männer mit einem steigenden Hormonspiegel nach einer totalen Prostataentfernung oder einer Strahlenbehandlung nehmen oftmals Anti-Androgene.

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Dr. Ralf HettichMehr Informationen im Webblog: Dr. Ralf Hettich's Neuigkeiten zur Prostata-Gesundheit.

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» Dr. Ralf Hettich über "Gefahrenzone Prostata" im Schwarzwälder Boten. (PDF 972 KB)