Was Sie als Frau gegen die Potenzprobleme Ihres Partners unternehmen können
Susanne (46), eine vielbeschäftigte Fußpflegerin aus Regensburg, und ihr Mann Anton (52) haben ein Problem. Ganz besonders bewusst wurde es Susanne, als sie und ihr Ehemann vorgestern versuchten, Sex miteinander zu haben.
Den medizinischen Ausdruck der erektilen Dysfunktion, kurz ED genannt, kannte Susanne zu dem Zeitpunkt noch nicht. Aber die Umschreibung mit Potenzproblemen brachte die Sache schon ganz gut auf den Punkt. Und in ihrer pragmatischen Art geht Susanne davon aus, dass ein Problem, das im Schlafzimmer entstanden ist, auch nur dort zu lösen ist. Ganz so einfach ist es aber oft nicht. Und darum ist es auch für Sie als Frau wichtig, das Problem und seine Ursache zu kennen, benennen zu können und zu wissen, wo Sie selbst etwas tun können, um es nicht zu einem Dauerthema werden zu lassen.
Denn Impotenz oder Potenzprobleme sind kein Einzelschicksal
Erektile Dysfunktion betrifft schätzungsweise über 6 Millionen Männer in Deutschland. Es kommt vorwiegend bei Männern über 40 vor, die einfach nicht in der Lage sind, eine Erektion zu bekommen oder eine Erektion zu halten, um einen Geschlechtsverkehr zu vollziehen. Die erektile Dysfunktion beschreibt ein chronisches Krankheitsbild von mindestens sechsmonatiger Dauer, bei dem 7 von 10 Versuchen, Geschlechtsverkehr zu haben, nicht gelingen.
Erektile Dysfunktion ist nur die sichtbare und fühlbare „Spitze eines Eisbergs“
ED kann ausgelöst werden durch Medikamente, Depressionen, Stress, Hormonschwankungen oder andere Faktoren. Seit wenigen Jahren wissen die Mediziner aber auch, dass ED häufig auch Vorbote ernsterer Erkrankungen ist. Viele Untersuchungen zeigten, dass ED oftmals ein Vorbote von Herzinfarkt und Schlaganfall ist. Dies trifft besonders dann zu, wenn die Erektionsstörungen bei Ihrem Mann länger als drei Monate anhalten. Neuere Untersuchungen zeigen auch, dass ED mit Diabetes, hohen Cholesterinwerten und Bluthochdruck in Verbindung gebracht wird.
ED ist auch als Vorbote von Herz-Kreislauf-Erkrankungen anzusehen. Dies sind alles ernste und triftige Gründe, um Ihren Mann zu ermuntern, einen Termin bei seinem Hausarzt oder Urologen zu machen.
Das Problem bei Männern ist, dass sie einfach nicht gerne intiativ werden und den ersten Schritt machen. Es ist ihnen meist peinlich, sie genieren sich oder verleugnen gar ihre Potenzschwächen. Setzen sich jedoch die Erektionsstörungen fort, dann hat Ihr Mann ein gewisses Zeitfenster und alle Möglichkeiten, mit einer Änderung seines Lebensstils auch das Risiko einer Herzattacke zu verringern.
So sprechen Sie mit Ihrem Mann über Sex
Jedes Paar hat im Schlafzimmer gewisse Probleme. Das ist normal. Gehen Sie einfach davon aus, dass es nicht ungewöhnlich ist, dass Sie und Ihr Partner auch gewisse sexuelle Besorgnisse und Bedenken haben. Wenn Sie sagen können: „Ja, ich weiß, wir haben ein erfüllendes Liebesleben, und gewisse Sorgen und Befürchtungen sind einfach normal“, kann dies Ihrem Partner schon helfen, dass er sich weniger kritisiert fühlt.
Wenn Paare nicht über ihre Probleme sprechen können, wird es immer schwieriger, den richtigen Moment zu finden, über so ein sensibles Thema zu reden. Das Wichtigste ist, dass Sie solch ein Gespräch mit einem Kompliment oder Lob beginnen. Sagen Sie Ihrem Partner, dass Sie ihn lieben. Machen Sie ihm gleich klar, dass er für Sie nicht weniger bedeutet, nur weil er dieses Problem hat. Gehen Sie auf Ihren Partner zu und bieten Sie ihm Hilfe an.
Viele Experten werden Ihnen sagen, dass ED auch ein Paarproblem ist und dass Sie es zusammen auch lösen können. Zusätzlich zu den Gesprächen können Sie Ihrem Mann auch anbieten, dass Sie nicht nur einen Termin bei seinem Arzt machen, sondern ihn auch dorthin begleiten. Sagen Sie Ihrem Partner, dass Sie bereit sind, auch zu den Untersuchungen mitzugehen oder mit ihm zusammen eine Frageliste vorbereiten. Sicherlich ist es auch für Sie als Frau nicht einfach, denn Sie wollen Ihren Mann ja nicht verletzen. Dazu kann kommen, dass dies für Sie auch Neuland ist. Fangen Sie an, sich mit dem Thema erektile Dysfunktion zu beschäftigen. Wenn Sie sich gut vorbereitet haben, dann fällt es Ihnen auch leichter, darüber zu reden. Betrachten Sie Ihren Mann einmal als einen Menschen, dessen Herz-Kreislauf-System möglicherweise erkrankt ist.
Manche Männer bekommen von ihrem Arzt, Viagra®, Cialis® oder Levitra® verschrieben. Diese Medikamente können bei einer ED helfen. Aber sie haben auch eine ganze Reihe unerwünschter Nebenwirkungen – und Kopfweh gehört dabei noch zu den harmloseren.
Dieses Mittel liegt in Ihrer Hand: Muntern Sie Ihren Partner zu aktivem Sport auf und kochen Sie herzgesund
Als eine Alternative können Sie auch sportliche Aktivitäten sehen. Das hilft Ihrem Partner abzunehmen. Schon mit einer entsprechenden Ankurbelung seines Kreislaufes und einer mediterranen, herzgesunden Küche kann Ihr Partner seine Erektionsschwierigkeiten wieder in den Griff bekommen.
Das geht zwar nicht so fix wie mit den angesprochenen Pillen, aber der gesundheitliche Vorteil und Nutzen hält viel länger an und ist damit nachhaltig. Ihr Partner fühlt sich besser und voller Kraft. Das können Sie dann wirklich einen gesunden Lebensstil mit einer gehobenen Lebensqualität nennen.
So verbessern Sie Ihr Sexleben
Schwierigkeiten mit der Erektion kann auch ein Hinweis auf das sein, was Ihr Mann in seinem Beruf oder in seinem Umfeld gerade erlebt. Wenn er zum Beispiel das Gefühl hat, dass ihm nichts gelingt und dass er seine Ziele nicht erreicht, wirkt sich das natürlich auf seine Sexualität aus. Wenn er Versagensängste spürt, wird auch die Angst vor Impotenz größer.
Das traditionelle, festgefahrene Denken, dass ein Liebesspiel immer mit Geschlechtsverkehr und dann auch noch mit einem gemeinsamen Höhepunkt enden muss, kann der Beginn eines Teufelkreises sein. Dieses zielgerichtete Denken beim Sex ist für viele Paare eine echte – oft schier unüberwindliche – Hürde. Entdecken und entwickeln Sie mit Ihrem Partner andere Möglichkeiten und Spielarten sexueller Aktivitäten. Mit einem ausgedehnten Vorspiel, dem Experimentieren mit verschiedenen Arten der Berührungen oder gar dem Einsatz von Sexspielzeug können Sie mit Ihrem Partner zusammen lernen, Freude und Erfüllung beim Sex zu erfahren. Wenn Ihr Ziel die Freude ist, dann ist die Erektion eine Nebensache.
Meistens ist viel zu viel Druck in den ganzen Aktivitäten. Wenn Sie das Heft in die Hand nehmen und den Druck herausnehmen, können Sie eine Menge Spaß und Freude erleben.
Bleiben Sie am Ball und führen Sie die Gespräche fort
Vergessen Sie nicht, die Gespräche über Ihr Sexleben aufrechtzuerhalten und immer wieder mit Ihrem Partner fortzuführen. Mit einer offenen und ausgelebten Sexualität fällt es Paaren leichter, ihre Gefühle der Verbundenheit zu stärken. Paare, die sich sexuell befriedigt sehen, fühlen sich in ihrer Ehe befriedigt - und in ihrem Leben auch. Versorgen Sie sich mit den richtigen Informationen und setzen Sie Ihren Plan, mit Ihrem Partner vorsichtig über das Thema erektile Dysfunktion zu sprechen, um. Sie werden sehen, wie gut das Ihrer Partnerschaft tut – innerhalb und außerhalb Ihres Schlafzimmers!
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