Ältere Autofahrer sind nicht immer sichere Autofahrer
Mit diesen Tipps können Senioren sicher am Verkehr teilnehmen
Beim letzten Besuch meiner Eltern habe ich mich von meinem Vater vom Bahnhof mit dem Auto abholen lassen. Die Freude über das Wiedersehen und das Abgeholtwerden war meinerseits sehr groß. Beim Herausfahren aus dem Parkplatz wäre es jedoch beinahe passiert. Abgelenkt durch meine Erzählungen, bog mein Vater in die belebte Hauptstraße ein und nahm einem Kleinlaster die Vorfahrt. Durch die Vollbremsung des anderen wurde ein schwerer Unfall vermieden. Blass stieg ich aus dem Wagen aus.
In vielen Familien taucht früher oder später die Frage nach der Fahrtüchtigkeit der Eltern oder Großeltern auf. Die Kindern fühlen sich für die Eltern verantwortlich und beobachtet deren Fahrsicherheit mit Argusaugen. Bei ein paar Bemerkungen der Kinder über dieses Thema zeigt sich meist ein enormes Konfliktpotenzial. Schnell fühlen sich die älteren Autofahrer in ihrer Kompetenz angegriffen und können die Besorgnis ihrer Kinder kaum nachvollziehen.
Für die älteren Menschen ist das Auto ein wichtiges Mittel der Fortbewegung und der Mobilität. Ohne Auto auszukommen bedeutet für die Senioren nicht nur eine starke Einschränkung ihrer Beweglichkeit und Selbstständigkeit, sondern auch einen Verlust an Lebensqualität. Dazu kommt noch, dass gerade ältere Menschen, die auf dem Lande oder in Randgebieten von Städten wohnen, keine Möglichkeit haben, das eigene Auto gegen eine Monatskarte des öffentlichen Nahverkehrs einzutauschen. Nicht jeder ältere Mensch hat eine Bushaltestelle oder einen Bahnhof vor der Haustür oder in Laufweite von seiner Wohnung.
Senioren müssen auch keine schlechten Autofahrer sein. Sie haben eine lange Erfahrung und können mit einer defensiven Fahrweise viele Unfallgefahren früh erkennen und somit unfallfrei fahren. Nach Zahlen des Bundesamtes für Statistik sind die älteren Führerscheininhaber auch nicht die am stärksten unfallgefährdeten Verkehrsteilnehmer. Führerscheinneulinge sind deutlich stärker gefährdet als die älteren Autofahrer, die meist defensiver fahren.
Mit diesen 7 Tipps können Sie als Senior sicherer am Verkehr teilnehmen:
Tipp Nummer 1: Achten Sie auf Ihr Sehvermögen!
Mit dem Älterwerden verlieren Ihre Augen einen Teil ihrer Sehkraft. Schwächer werdende Augen strengen besonders nachts sehr stark an. Eine Übermüdung und ein Nachlassen Ihrer Konzentration können die Folge sein. Lassen Sie deshalb alle zwei Jahre Ihr Sehvermögen überprüfen.
Tipp Nummer 2: Achten Sie auf Ausgeruhtheit!
Fahren Sie nur, wenn Sie ausgeruht sind, und legen Sie häufige Fahrpausen ein. Nach spätestens 2 Stunden sollten Sie eine kurze und nach vier Stunden eine längere Rast machen.
Tipp Nummer 3: Achten Sie auf eine gute Planung!
Planen Sie eine längere Fahrt genau. Hilfreich sind nicht nur die bewährten Straßenkarten, sondern auch Routenplaner wie Google maps (maps.google.de). Vermeiden Sie möglichst stark befahrene Strecken und Ballungsräume während des Berufsverkehrs.
Tipp Nummer 4: Achten Sie auf Ihre chronischen Krankheiten!
Bei chronischen Erkrankungen wie Diabetes oder Herzschwäche sollten Sie mit Ihrem Arzt über Ihre Fahrtauglichkeit sprechen. Mit einem Fitnesstest können Sie Ihre eigenen Kräfte auf den Prüfstand stellen sowie Ihre Ausdauer und Ihr Konzentrationsvermögen abschätzen.
Tipp Nummer 5: Achten Sie auf Ihre Medikamente!
Viele Medikamente haben als unerwünschte Nebenwirkung eine Beeinträchtigung Ihrer Fahrtüchtigkeit. Sie können nicht nur Ihre Konzentration beeinträchtigen, sondern enthalten in bestimmten Fällen auch Alkohol in nicht unerheblichen Mengen.
Tipp Nummer 6: Vermeiden Sie widrige Fahrbedingungen!
Nachtfahrten oder Fahrten bei schlechten Witterungsverhältnissen mit Nebel, starkem Regen oder gar Schnee sind sehr anstrengend und verlangen ein Höchstmaß an Konzentration. Legen Sie Ihre Fahrten auf eine angenehme Tageszeit und bevorzugen Sie gute Witterungsbedingungen.
Tipp Nummer 7: Nutzen Sie moderne technische Hilfen!
Technische Hilfsmittel wie ein Navigationssystem und eine Einparkhilfe bringen für Sie eine spürbare Entlastung. Sie werden nicht nur perfekt an Ihr Ziel geführt, sondern parken auch sicher und stressfrei ein.
Fazit: Mein Vater hat den Rat seiner Kinder angenommen und sich beim Hausarzt auf seine Fahreignung überprüfen lassen. Diese Untersuchung hat er mit Bravour bestanden, und so freut sich die ganze Familie auf den nächsten Familienausflug mit dem Auto.
