Wenn Kinder flügge werden und das Nest leer ist, müssen Sie neue Rituale für Nähe finden

In unserer mobilen, modernen Gesellschaft ist es heutzutage ganz normal, dass erwachsene Kinder und ihre Eltern nicht mehr unter einem Dach leben, im Gegenteil: Oft trennen sie viele Hundert Kilometer. Und – so scheint es jedenfalls – manchmal ist die geographische Entfernung geringer als die innere Distanz und die emotionale Entfernung, die sich im Laufe der Zeit entwickelt.

Aber auch für Großfamilien und deren Mitglieder sind die Veränderungen in der Gesellschaft eine Herausforderung mit ständig steigenden Ansprüchen – vor allen Dingen an die knappe (Frei-)Zeit. Die gute Nachricht: Eltern können diese Herausforderung meistern und eine starke Beziehung zu ihren Kindern haben, egal, wo sie leben.

Hier finden Sie Wege, wie Ihnen das gelingt:

1. Respekt zeigen

Machen Sie Ihren Respekt für Ihre erwachsenen Kinder zu einem immer wiederkehrenden Thema Ihrer Beziehung. Erwachsene Kinder wollen vor allem eins: Respekt. Je mehr Respekt Sie Ihren Kindern entgegenbringen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Ihre Kinder Ihn en nahe bleiben wollen. Der eine Weg, Ihren Kindern Ihren Respekt zu zeigen, ist, sie mit Lob zu überschütten wie in ihrer Kindheit. Suchen Sie einen Vorwand, Ihrem Kind ein Kompliment machen zu können. Machen Sie „Ich bin stolz auf dich“ und „Das hast du gut gemacht“ zu Ihren Mantras. Es ist auch wichtig, Ihre erwachsenen Kinder nicht zu kritisieren, wenn es scheint, als hätten sie etwas falsch gemacht. Kritik wirkt sich negativ auf Ihre Beziehung zueinander aus. Hilfreich: Wenn Sie sich selbst zu kritisch finden, nehmen Sie sich vor, mindestens fünf positive Kommentare zu machen, bevor Sie Ihren Besuch oder Ihr Telefongespräch beenden. Forschungen haben ergeben, dass positive zu negativen Wechselwirkungen in einem Verhältnis von fünf zu eins oder besser zur Erhaltung der Nähe in der gemeinsamen Beziehung erheblich beitragen.

2. Traditionen und Rituale festlegen

Traditionen und Familienrituale helfen, eine Familie zu definieren und zu erhalten – auch auf die Entfernung! Diese Traditionen sind vielleicht eine besondere Weise, den Urlaub gemeinsam zu verleben oder ein jährliches Ereignis gemeinsam zu feiern. Klar, Ihre Kinder sind mit ihren eigenen Kindern beschäftigt – aber dennoch schafft es Gemeinsamkeit, wenn sich alle in Ihrem Haus versammeln, um gemeinsam zu feiern, weil es eine Familientradition ist. Das Beste an Traditionen: Es ist nie zu spät, eine neue Familientradition zu schaffen. Wenn die Großfamilie zusammenkommt und aus irgendeinem Grund eine schöne Zeit hat, vielleicht weil der Ort so schön oder das Brettspiel spannend war, liegt es doch nahe, dasselbe noch einmal zu versuchen, vielleicht im nächsten Jahr. Wenn es beim zweiten Mal wieder so viel Spaß gemacht hat, könnte auch eine Tradition daraus werden. Warnung: Machen Sie niemals Familientraditionen, bei denen Sie Anforderungen stellen. Wenn sie Ihren Sohn daran hindern, Erntedank mit seinen Schwiegereltern zu feiern, und der traditionelle Urlaub eine Quelle der Angst werden könnte, wird das Ihre Familie auseinanderbringen anstatt zusammen.

3. Geben Sie niemals ungefragt einen Rat – und gefragt auch nur im Ernstfall!

Widerstehen Sie dem Drang, Ratschläge zu erteilen, selbst wenn Sie um Rat gefragt werden. Dies kann nämlich dazu führen, dass Erwachsene sich wieder wie Kinder fühlen. Sie neigen dann dazu, sich gegen dieses unangenehme Gefühl zu wehren, indem sie sich von den Eltern entfernen – auch wenn sie um Rat gefragt haben. Wenn Sie Ihr Kind also um Rat fragt, sagen Sie: „Ich bin glücklich, dir helfen zu dürfen, aber du musst die Entscheidung treffen und ich bin sicher, dass es die richtige sein wird.“ Ein Weg, Leitlinien für erwachsene Kinder zu bieten, ist zu fragen, wie sie etwas tun. Anstatt ihre Entscheidungen oder Methoden zu kritisieren, zeigen Sie Interesse daran und fragen, ob sie Ihnen das erklären könnten. Hören Sie aufmerksam und ohne Kritik zu und erwähnen Sie dann beiläufig, dass Sie eine andere Methode kennen. Erklären Sie kurz Ihre Methode und ihre Vorteile, dann fragen Sie, ob diese Strategie noch verwendet wird. Wenn Ihr Kind die Diskussion nicht weiterführen will, hören Sie auf. Beispiel: Wenn Ihr Sohn zu Ihnen kommt und Aktien kaufen möchte, können Sie über das Unternehmen und seine Finanzierung sprechen und mit ihm auch im Internet schauen. Dann können Sie ihm zeigen, wie spannend es ist, ein Risiko einzugehen, ihm gleichzeitig aber beibringen, nicht mehr zu investieren, als man auch verlieren kann. Geben Sie direkte Beratung nur, wenn Ihr Kind einen massiven und potenziell gefährlichen Fehltritt machen könnte, wie das Fahren eines unsicheren Fahrzeugs oder den Kauf eines älteren Hauses, das nicht inspiziert wurde.

4. Schwiegerkinder nehmen Ihnen die Liebe Ihres Sohnes oder Ihrer Tochter nicht weg – sie bereichern im Gegenteil Ihre Familie!

Suchen Sie nach Möglichkeiten zur Unterstützung Ihres Schwiegersohnes oder Ihrer Schwiegertochter, auch wenn Sie sich nicht wirklich um Sie kümmern. Ihr Verhältnis zu Ihren Kindern und Enkeln wird sonst am meisten leiden, wenn Sie sich nicht mit dem Ehepartner Ihres Kindes verstehen. Ihre Kinder könnten denken, dass es leichter ist, Sie aus ihrem Leben auszuschließen, als dass sie sich mit den Problemen auseinandersetzen. Außerdem könnte sich Ihr Schwiegerkind Ausreden einfallen lassen, um Sie nicht mehr besuchen oder einladen zu müssen. Warnung: Die Tatsache, dass Ihr Kind seinen Ehepartner kritisiert, bedeutet nicht, dass Sie ihn auch kritisieren dürfen. Was Sie als schwere Kritik verstehen, sind nur die normalen ehelichen Frustrationen. Es könnte sein, dass Ihr Kind seinen Partner immer noch liebt und respektiert. Wenn das der Fall ist, könnten Sie mit Ihrer Kritik Ihrer Beziehung zu Ihrem Kind schaden.

5. Mischen Sie sich nicht ein – niemals!

Machen Sie nicht ständig Kontrollanrufe oder -besuche! Dies kann von Ihren Kindern als störend und besserwisserisch empfunden werden. Ihre Kinder leben ihr Leben und sie brauchen den Freiraum, auf Sie zuzugehen. Manchmal dauert das etwas länger, als es Ihnen lieb sein könnte, aber sie werden kommen – geben Sie ihnen Zeit.

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