Ist Intimität ohne Sexualität möglich?
Zur Intimität gehört in erster Linie, dass man eine sehr persönliche Erfahrung gemeinsam mit einem anderen Menschen erlebt, teilt und darüber größere Nähe zueinander erfährt. Wir sind oft in der Vorstellung gefangen, dass diese Form der Intimität an Sexualität geknüpft ist. Aber es gibt weit mehr Formen, Intimität zu teilen. Sexualität ist nur eine unter vielen.
Frauen – ebenso wie Männer – sind der irrigen Meinung, dass ihr Sexualleben nach der Menopause vorbei sei. Keine Lust auf Sex oder das Gefühl, nicht mehr sexy zu sein, sind keine Folge der Wechseljahre. Besonders die sogenannte Baby-Boomer-Generation (Jahrgänge 1946-1964) hat gelegentlich Akzeptanz-Probleme, wenn der Körper altert und nicht mehr so uneingeschränkt „funktioniert“ wie in der Jugend.
Wenn Männer und Frauen die Mitte des Lebens überschritten haben, dann kommt fast jeder irgendwann an den Punkt, sich mit mehr oder weniger schwerwiegenden chronischen Krankheiten zu beschäftigen. Einige dieser Erkrankungen – wie zum Beispiel Funktionsstörungen im Herz-Kreislauf-System, hoher Blutdruck und Diabetes – können einen dramatischen Einfluss auf die sexuellen Funktionen Ihres Körpers haben. Ebenso wie die Medikamente, die Sie einnehmen müssen, um die Erkrankungen zu behandeln.
Frauen nach den Wechseljahren erleben eine veränderte Lust auf Sex. Die Sehnsucht nach Nähe und Intimität steigt im gleichen Maße, wie das Bedürfnis nach sexueller Vereinigung absinken kann. Kann, nicht muss. Denn die Lust auf Sex ist hormonell gesteuert. Und bei Frauen sinkt das für das sexuelle Verlangen zuständige Hormon Östrogen während der Wechseljahre und danach stetig ab. Viele Frauen nehmen die Unlust am Sex mit Besorgnis wahr und interpretieren sie falsch. Denn während sie auf der einen Seite die Nähe zu ihrem Partner suchen und gerne kuscheln oder Zärtlichkeiten austauschen würden, ziehen sie sich auf der anderen Seite zurück aus Angst davor, dass die Annäherung falsch verstanden wird und in einem Beischlaf endet, den sie eigentlich nicht wollen.
Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, weil die Vagina aufgrund der fehlenden Östrogene zu trocken bleibt, sind nur ein spürbares Zeichen dieser Veränderung. Und wenn Sie an diesem Punkt mit Ihrem Partner nicht offen reden, kann es zu gravierenden Missverständnissen kommen. Missverständnisse, die sogar Ihre Beziehung gefährden können. Denn Männer erleben die Zeit ab der Lebensmitte nicht in Form von Wechseljahren als einschneidende Veränderung. Die Produktion des männlichen Hormons Testosteron lässt langsam über die Jahre nach und dank moderner Mittel wie Viagra©, Cialis© oder Levitra© ist es Männern auch jenseits der 60 möglich, ein aktives Sexualle ben zu haben.
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