Womit kann ich Ihnen dienen?

Eine einfach, sehr schlichte Frage. Und gleichzeitig die Tür zu einer längst vergessenen Welt und zu einer Perspektive auf ein Miteinander, wie es auch sein könnte. In dieser einen Frage liegt die Bewegung des Fragenden, sich zu verbeugen.

Bis auf den Boden klein zu werden und sich den Wünschen und Bedürfnissen des anderen vollständig zu unterwerfen. In dieser einen Frage liegt die Aufgabe aller eigenen Wünsche, Bedürfnisse und auch der eigenen Fähigkeiten und des eigenen Wissens für den Moment des Dienens.

verbeugungJe länger ich über diese Frage und alles, was mit ihr verbunden ist, nachdenke, desto sprachloser werde ich. Und mir wird die Dimension bewusst, die diese Frage hat, wenn ich sie weiter verkürze: Womit kann ich dienen?

Dann wird jede Kritik an der Arbeit, alle Zurückweisung, die ich mitunter schwer verdauen kann, und jede schonungslose Ablehnung einer Idee zu einem Dienst. Meinem Dienst. Dann reicht es nicht aus, kurzfristig meine Arbeit zu tun, mich fest in den Stuhl zu setzen und einfach nur beharrlich mein Tagespensum zu schaffen. Denn über das, was ich geschafft habe, bin vielleicht nur ich zu diesem Zeitpunkt glücklich. Es dient mir. Zumindest so lange, bis mich die Kritik wieder in die Wirklichkeit zurückholt.

Unter der Fragestellung „Wem dient, was ich hier tue?“ bekommt die Perspektive eine neue Ausrichtung. Langfristig ist sie und sie ist damit von einem neuen, tieferen Sinn. Und wenn ich das im Auge behalte, dann heiße ich jede Kritik willkommen. Dann weiß ich, dass meine Arbeit wichtig ist, weil ich mit ihr diene.

Und dann kann mich auch keine Entmutigung, kein Rückschlag und kein Ablehnung aus der Bahn werfen. Im Gegenteil: Das, was gut und wertvoll daran ist, baue ich ein und schaue, ob es der Sache dient.

Wenn Sie das nächste Mal einen Kunden haben, der Sie angeht oder schwierig ist, dann stellen Sie ihm diese Frage: Womit kann ich dienen? Und wenn Sie mit Ihrem Nachbarn Stress haben oder einem Vereinskollegen, dann fragen Sie sich: Wie kann ich dienen? Sie werden die große Kraft, die aus dieser Veränderung Ihrer inneren Haltung herrührt, spüren – in jeder Faser Ihres Herzens!

„Tut nichts aus Eigennutz oder um eitler Ehre willen, sondern in Demut achte einer den andern höher als sich selbst, und ein jeder sehe nicht auf das Seine, sondern auch auf das, was dem andern dient.“

Philipper 2, 3

Womit kann ich Ihnen dienen?