Alkoholismus darf kein Tabu sein
In vielen Familien und häufig auch im Freundeskreis wird das Alkoholproblem eines nahestehenden Menschen einfach totgeschwiegen. Aber diese Vogel-Strauß-Taktik hilft weder bei Alkohol noch bei anderen Drogen.
Kaum ein Alkoholiker wird zugeben, dass er trinkt, noch freiwillig Hilfe suchen. Aber als Verwandter oder guter Freund sind Sie in einer besseren Position zu helfen, als Sie vielleicht ahnen.
Alkoholismus ist eine chronische Krankheit. Eine Krankheit, die den Körper von Alkohol abhängig macht. Und wenn ein Mensch, den Sie gut kennen, es nicht mehr unter Kontrolle hat, wie viel er trinkt, und er regelmäßig zu Alkohol greift, liegt die Vermutung nahe, dass es ein Alkoholkranker ist. Zu den sicheren Anzeichen gehört:
- allein zu trinken,
- heimlich zu trinken,
- unfähig zu sein, die Menge zu limitieren,
- sich nicht mehr an Gespräche oder Zusagen zu erinnern,
- aus dem Trinken Pseudo-Rituale zu machen und es an bestimmte Zeiten zu binden und verärgert oder aggressiv zu reagieren, wenn diese Rituale gestört oder infrage gestellt werden,
- das Interesse an Hobbys oder Freizeitaktivitäten zu verlieren, die früher wichtig waren,
- Drinks in einem Zug runterzuschütten, doppelte Drinks zu bestellen oder gleich zwei Gläser,
- Probleme in Beziehungen, im Beruf oder im Finanzbereich zu entwickeln,
- immer mehr Alkohol zu brauchen, um den gleichen Effekt zu spüren,
- erste körperliche Anzeichen zu spüren wie Schwindel, Schweißausbrüche oder das Zittern der Hände, wenn der Alkoholpegel sinkt.
Wenn Sie einen Menschen unter Verdacht haben, auf dem Weg zu einer Alkoholabhängigkeit zu sein, dann haben Sie den Mut und sprechen Sie diesen Menschen an. Freundlich, annehmend, fürsorglich, und bieten Sie Ihre Hilfe an. Denn es gehört zu den Märchen und Mythen zum Thema Alkohol, dass derjenige „erst in der Gosse landen muss“, bevor er Hilfe annimmt.Menschen in einem frühen Stadium auf ihr Alkohol-Problem anzusprechen kann helfen, die schlimmsten Entwicklungen zu stoppen, und die Aussichten auf Heilung werden besser.
Aber Sie sollten sich nicht nur um den Alkoholkranken sorgen, sondern auch um sich selbst. Suchen Sie Selbsthilfegruppen auf und lassen Sie sich beraten. Sie sind nicht allein und es gibt viel Hilfe, wenn Sie sie suchen.
Wenn Sie mit anderen Familienmitgliedern reden oder im Freundeskreis Verbündete suchen, kann das dem Kranken auch helfen. Eine Therapie ist nämlich eine aufwendige Sache, die eine strenge Planung und Logistik erfordert. Alle sind gefordert, dem Kranken immer wieder Mut zu machen und ihn daran zu hindern, in alte Muster zurückzugleiten.
Ganz wichtig ist, niemals in Diskussionen, Schuldzuweisungen oder Druck abzugleiten. Niemand kann einen Alkoholkranken zu einer Therapie zwingen. Aber Sie und alle anderen Familienmitglieder oder Freunde können den Betroffenen unterstützen und ihm Mut machen. Zeigen Sie ihm oder ihr, wie vielfältig die Hilfe sein kann und dass Sie einer der Menschen sein werden, die ihn oder sie auf dem Weg der Genesung unterstützen und begleiten.
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