Gesundheit – die Religion des 21. Jahrhunderts?
Die Gesundheit eines Menschen beschreibt – laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) – „einen Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen“.
Im Originaltext klingt das so: „Health is a state of complete physical, mental and social well-being and not merely the absence of disease or infirmity.“ Vollständiges Wohlergehen – körperlich, geistig und sozial! Das ist ein großer Anspruch an das, was Gesundheit ausmacht, und damit an jeden Einzelnen von uns.
Wie Sie dieses große Ziel erreichen, ohne dabei zu einem Gesundheitsfanatiker zu werden, der darüber vergisst, das Leben zu genießen
Klöster als Wellness-Oasen ... Fitness-Tempel, in denen der Schweiß schon beim Anblick der in beklemmender Enge angeordneten Gerätschaften rinnt ... Kalt blitzender Chrom und Edelstahl an Hantelbänken, die eher an moderne Foltergeräte denn an Gesundheit und Wohlergehen erinnern ... Asketische Nahrungsaufnahme und der jährlich Ganzkörperscan beim Check-up ...
... alles garniert mit einer Aromatherapie rechts und einem Tibet-Aufkleber links. Wellness-Rituale in der Hoffnung auf ewige Jugend und Schönheit anstelle der Hoffnung auf ein ewiges Leben bei Gott?
Erlaubt ist, was dem vollständigen geistigen und sozialen Wohlergehen dient ... und genau hier liegt der Haken bei der Sache. Entspannungstechniken und Meditation – eine wunderbare Art und Weise, den Geist zu stärken, und jede gesunde Ernährung und das kleinste Quäntchen Sport tun ihr Übriges für den Körper.
Aber was ist mit dem sozialen Wohlbefinden, wenn ich meinen Gesundheitskult zum Maßstab aller Dinge erhebe?
Was ist mit sozialen Bindungen, wenn der Ehemann in der Midlife-Krise das Mountainbiken, seine neue Männlichkeit und darüber irgendwann auch seine wiedergefundene Omnipotenz entdeckt und auslebt? Was ist mit sozialen Bindungen, wenn ich bei allem, was meiner Wellness und Fitness dient, nur nach mir schaue und meine Umwelt vergesse? Was ist mit sozialem Wohlergehen, wenn die einen sich einen Personal Trainer leisten können, aber der überwiegende Teil der Menschheit in seinem sozialen Umfeld ums nackte Überleben kämpft? Und wie kann es sozial gut für meine Gesundheit sein, wenn ich mich bei allem, was Spaß macht und Gemeinschaft fördert, abmelde, weil der Frühschoppen mit Bier anstelle mit Kurmolke begleitet wird? Wie soll ich genussvoll ein 5-Gänge-Menü im Restaurant schlemmen, wenn meine Tages-Kalorienvorgabe bei 980 kcal liegt, und was ist daran noch lebenswert, wenn ich bei allem, was das Leben auch lebenswert macht, meine Kalorien berechnen muss?
Wer gibt solche Maßstäbe vor und wie soll der normale Mensch diese Erwartungen im Alltag umsetzen?
Genuss und Mäßigung, Selbstvergessenheit und Zielerfüllung, Freizügigkeit und Selbstdisziplin – ja aber sicher, gerne. Alles, was unerreichbar ist, ist gut, denn es verhindert, dass wir anhalten, uns zurücklehnen, in Ruhe anschauen, was wir tun, und dann zu eigenen, individuellen Schlüssen kommen. Schlüsse, die vielleicht nicht Mainstream sind. Schlüsse, die durch keine Studienlage – weder wissenschaftlich noch sonst wie – abgedeckt werden. Aber Schlüsse, die Ihnen entsprechen und zu Ihrem ganz individuellen Plan von Wohlbefinden – geistig, körperlich und sozial – beitragen.
Gehen Sie auf Entdeckungsreise – eine Entdeckungsreise zu sich selbst. Ohne vorgegebenes Klassenziel, auf dessen Lehrplan steht, dass Sie in spätestens einer Woche voller Energie, ausgeglichen und bereit für Neues zu sein haben. Lassen Sie sich nicht von einem Kult abstempeln zu einem Gesundheitsverächter, nur weil Sie dazu länger brauchen. Oder einen anderen Weg gehen. Ihren Weg nämlich. Lassen Sie sich vielmehr einladen, diesen Weg mutig zu erkunden. Nach Ihrem Tempo, Ihren Bedürfnissen, Ihrem Körper, Ihrem Geist und Ihrem sozialen Umfeld! Um es mit dem Bestseller-Autor Manfred Lütz zu sagen: „Alles, was man früher für den lieben Gott tat – wallfahren, fasten, gute Werke vollbringen –, tut man heute für seine Gesundheit. (...) Unsere Vorfahren retteten ihre Seele, wir unsere Figur. Unsere Vorfahren machten Kniebeugen, wir machen Rumpfbeugen. Unsere Vorfahren bauten Kathedralen, wir bauen Kliniken.“
Um selbst zu entscheiden, was Sie wirklich brauchen und wie Sie für Ihr Wohlbefinden am besten sorgen, werden Sie auf den Seiten des Lebensschiffs ab sofort Anregungen, Literaturtipps, Neuestes aus der Medizin und Forschung, altes Wissen und Begleitung für Ihren Weg zu mehr körperlichem, geistigem und sozialem Wohlbefinden erhalten. Fühlen Sie sich eingeladen, diese Begleitung immer anzunehmen, wenn Sie sich wieder einmal entscheiden müssen, vor einem akuten Problem stehen oder sich nur erkundigen wollen, was es Neues gibt zu den Themen, die Sie jetzt und im Moment am meisten bewegen.
Auf den allerneuesten Stand bringt Sie der tägliche Newsletter „Idee zum Tag“, für den Sie sich hier kostenlos eintragen können!
